Das erste Mal Roadtrip: Vanlife für Neueinsteiger

Das erste Mal Vanlife…und man hat eigentlich keinen Schimmer wie, wo, was!

Wenn man von Vanlife spricht, kann man es nicht mit einem regulären Urlaub auf dem Campingplatz vergleichen. Beim Vanlife geht’s um das Leben und Reisen „on the Road“, sprich dem einzig wahren Roadtrip!

Wo schlafe ich, wie gefährlich wird es werden, auf was muss ich achten? Ja, man stellt sich so einige Fragen bevor man das erste Mal mit seinem mobilen Zuhause losfährt.

Genau so ging es uns auch. Wir hatten anfangs NULL Ahnung von Vanlife!

Als dann endlich der Tag vor der Tür stand, wo wir das erste Mal mit unserer „Betty“ in die unendliche Freiheit starten durften, hätten wir nicht damit gerechnet, dass es noch so viel zu lernen gibt…

Denn auch wenn es noch so lässig klingt, „Roadtrippen“ will gelernt sein!

Nach einem Jahr, lachen wir jedoch über manches Verhalten von damals.

Heute geben wir dir einige Regeln und Ratschläge mit auf den Weg, die einen Roadtrip zu dem machen, was du dir auch wirklich darunter vorstellst.

Dabei gilt eine wichtige Grundsatz-Regel:

Mach dir keine Sorgen!

Das erste Mal werden dir unzählige Fragen und mögliche Szenarien durch den Kopf schiessen. Das ist völlig normal. Du solltest dabei aber Acht geben, dass diese, teils paranoiden Fragen und Vorstellungen keine Überhand nehmen! Denn  sonst kann dein Roadtrip schnell zum Hindernis werden…

Glaube uns, du wirst IMMER einen Schlafplatz finden, auch wenn die Suche manchmal etwas länger dauert. Und wenn alle Stränge reissen, kannst du noch immer auf den Campingplatz fahren…

Lass die Dinge einfach auf dich zukommen und du wirst sehen, die Möglichkeiten ergeben sich von selbst.

2 wichtigste Regel: hab keine Angst

Du hast deinen Schlafplatz für die Nacht gefunden und irgendwann legst du dich zum Schlafen hin… Zucke nicht bei jedem Geräusch zusammen! Klar, es ist nicht wie zuhause im Bett und ja, du wirst fremde Geräusche um dich herum wahrnehmen. Das ist aber ganz normal wenn du in der Natur übernachtest oder mitten in einer Stadt.

Hab keine Angst wenn ein anderes Fahrzeug neben dir parkt. Bleib einfach liegen. Keiner interessiert sich für dich! Und nicht jedes Fahrzeug ist die Polizei oder ein Krimineller, der dich überfallen will 🙂

Das erste mal Roadtrip / Vanlife für Neueinsteiger
Unser Schlafplatz auf einem öffentlichen Parkplatz mitten in der Stadt.

Das Gleiche gilt beim Ein- und Aussteigen:

Wenn du mal an einem belebten Ort parkst, hab keine Angst dich könnte jemand sehen.
Uns ging es anfangs auch so. Wir wollten auf keinen Fall gesehen werden!

So sassen wir morgens mitten in Wien in unserem Van und spähten aus dem Fenster bis keiner mehr auf dem Bürgersteig zu sehen war… Das Geilste war jedoch, als wir die Tür vom Van aufrissen und aus jeder Ecke Personen in die Strasse einbogen. Aber keiner interessierte sich für uns…wir wurden einfach ignoriert.

Du als Vanlifer siehst und erkennst natürlich jeden, der ebenfalls mit seinem mobilen Zuhause unterwegs ist. Doch für andere Menschen bist du quasi unsichtbar und nichts anderes als ein Auto, was in der Gegend rumsteht.

Du glaubst mir nicht?

Dann denke mal an die Zeit zurück, als du noch nichts mit Vanlife am Hut hattest… Wie viele Camper hast du damals auf der Strasse bemerkt und wie viele siehst du heute?

So ist es mit allem. Ob dir nun die Autos deiner Lieblingsmarke auf der Strasse auffallen oder Leute, die die gleichen Schuhe tragen wie du…alles was deine Interessen nicht weckt, bleibt für dich unsichtbar. Und genauso ist es auch unterwegs. Im Grunde genommen wirst du meist nur von Gleichgesinnten entdeckt und die stellen keine Gefahr für dich dar.

Tipp

Ziehe die Vorhänge zu und keiner weiss, dass du dich in deinem Van aufhältst. Besorg dir einfach einen guten Sichtschutz oder lass nicht alles im Van herumliegen, was zu viel nach Übernachten aussieht. Dann bist du nur irgendein Van, der dort parkt und niemand weiss, dass du darin schläfst...

Dies gilt vor allem in belebten Gegenden oder viel besuchten Parkplätzen (Naturparks, Strände, Attraktionen etc.)

Wenn keiner in deinen Van reinsieht, weiss niemand dass du da bist!

Wenn du irgendwo im Nirgendwo stehst, wirst du sowieso weniger gesehen und kannst dich freier um deinen Van bewegen

 

Doch nicht nur im Wagen sollst du keine Angst haben. Du solltest generell keine Scheu davor haben fremde Leute anzusprechen. Somit lassen sich viele Probleme aus der Welt schaffen!

Nächste Regel: rede mit Fremden

Wenn du irgendwo deinen Van abstellst und jemanden in der Nähe siehst…zum Beispiel einen Dorf- oder Stadtbewohner…dann frag freundlich ob es ihm recht ist, dass du dort stehen bleibst.

Manchmal haben die Einheimischen den ein oder anderen nützlichen Tipp für dich und du findest dadurch eine bessere Parkmöglichkeit.

Tipp

Durch Einheimische erhältst du gerne mal coole Insider Tipps, einen noch cooleren Stellplatz oder manchmal sogar Geschenke...
Das erste Mal Roadtrip / Vanlife für Neueinsteiger
Nach einer kleinen Plauderrunde mit einem Dorfbewohner in Frankreich, wurden wir mit Salat und Eiern beschenkt.

In den seltensten Fällen wirst du unhöflich behandelt. Und wenn doch, dann weisst du zumindest, dass du besser nicht über Nacht bleiben solltest. Bedanke dich höflich für den Hinweis und räume einfach das Feld.

Wir haben bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Wenn jemand vorbeikommt, dann grüsse ihn zuerst mit einem freundlichen Lächeln. Meist ist das Eis dann schon gebrochen. Sprichst du auch noch seine Sprache, und wenn es nur ein „Hallo“ ist, dann freuen sich die Leute immer!

Auch wenn Fremde oft fremde Sprachen sprechen, gibt es immer einen Weg der Verständigung.

 

Beim Vanlife gibt es keine Sprachbarrieren!

 

Also, stell dir unterwegs keine Fragen, sondern hol dir Antworten…

Letztens haben wir in Frankreich in einem Ort am Meer Duschen entdeckt. Da es sich um die Duschen des kleinen Hafens handelte, war der Zugang mit einem Zahlencode gesperrt… Trotzdem wollten wir uns diese Duschgelegenheit nicht entgehen lassen und haben das angrenzende Tourist Office besucht.

Dort haben wir uns nett und höflich über Duschmöglichkeiten informiert. Die Dame war äusserst hilfsbereit und übermittelte uns den Zugangscode. Ansonsten hätten wir an dem Wochenende wohl nicht geduscht…und schon gar nicht kostenlos!

Noch etwas zum Thema Kommunikation:

Vanlife heisst meistens mit dem Camper frei in der Natur stehen. Wenn du an einem nicht offiziellem Stellplatz ankommst und schon jemand diesen Platz besetzt hat, dann frag ihn höflich ob du dich daneben stellen darfst. Schliesslich gehört demjenigen das Grundstück genau so viel wie dir…nämlich gar nicht! Es ist genügend Platz für alle und wir haben so schon einige neue Bekanntschaften gemacht.

Noch so ’ne Regel: sei spontan und flexibel

Ein Roadtrip ist das Letzte, was du komplett durchplanen solltest!

Wir sind der Meinung: ein grober Plan sollte stehen, wie z.B. eine Richtung wohin es geht und wann du plus-minus zurück sein möchtest.

Wir müssen gestehen, wir haben anfangs viel zu viel geplant…

Pläne verursachen genau zwei Dinge:

  • sie machen Stress und
  • sie funktionieren meist nicht!

Auf unserem ersten Roadtrip haben wir zu sehr nach Plan gearbeitet.

Wir konnten nicht mal frühstücken, ohne bereits zu wissen wo wir am gleichen Abend schlafen würden! Da war die ständige Angst, keinen geeigneten Schlafplatz zu finden. So stressten wir uns die ganze Zeit mit Zielen und Plänen die eingehalten werden mussten und schlussendlich doch scheiterten…jedenfalls meistens.

Nein, so klappt es nicht…

Heute hat sich alles geändert! Manchmal kommt es vor, dass wir bis zum letzten Moment nicht wissen wo wir schlafen. Alles easy… Und wenn dann doch mal unterwegs ein Plan entsteht, ist es eher eine Richtlinie aber noch lange kein Zwang.

Alles kommt wie es kommt!

Übrigens, wir sitzen hier in der Bretagne, irgendwo am Meer mit toller Aussicht. Ich schreibe gerade diesen Artikel und habe null Ahnung was morgen so abgeht…  Ah doch! Wir haben ein Baguette mit Käse. Das gibt’s morgen zum Frühstück und dann? Mal schauen was der Tag so bringt.

Merke dir einfach:

  • Bleib da wo’s dir gefällt,
  • setze keine Ziele,
  • plane nicht zu viel im Voraus und
  • sei dir stets bewusst, dass der Weg eigentlich das Ziel ist.

Auch wenn du diesen Spruch schon tausend Mal gehört hast, vergiss ihn nie während deines Roadtrips!

Bei unserer ersten Tour haben wir die Thematik „Vanlife“ ziemlich verfehlt und es wurde uns erst bewusst, als wir wieder zu Hause waren!

Wir waren viel zu schnell unterwegs, hatten und viel zu viele Destinationen vorgenommen und schlussendlich ergab das ganze Planen keinen Sinn mehr.

Mittlerweile haben wir eine ganz eigene Strategie entwickelt, um unsere Roadtrips vorzubereiten…wenn man es denn so nennen kann.


Lies dir hierzu auch den folgenden Artikel durch:

On the Road und keine Ahnung wo man gerade ist! Roadtrip Planung auf unsere Art.


Vanlife Roadtrip Neueinsteiger
Slow travel, Baby!

Dies ist das einzig wahre Geheimnis eines perfekten Roadtrips… und diese Regel sollte man stets beim Reisen beachten.

Vergiss die Zeit, reise langsam aber intensiv. Behalte nur dein Rückfahrdatum im Hinterkopf und lass alles andere einfach auf dich zukommen…

Und selbst wenn du nur eine Woche Urlaub hast oder nur ein Mini-Trip mit dem Van planst, nimm dir ja nicht zu viel vor! Geniesse einfach den Moment, auch wenn du nur ein paar Kilometer von zuhause entfernt bist.

Uns hat mal jemand gesagt:

Du bist erst angekommen wenn du nicht mehr weisst welcher Wochentag gerade ist 🙂

 


Das könnte dich auch interessieren:

Frei stehen / 7 Tipps wie und wo du dich mit deinem Camper sicher fühlst.


 

Roadtrips sind nicht für jeden geeignet.
Wenn du in „Ferien“ fahren willst, dann plane lieber eine Pauschalreise.
Wenn du Abenteuer erleben willst, dann stürze dich ins Vanlife!

Die letzte Regel: sei wachsam und neugierig

Wenn du unterwegs bist halte stets die Augen auf. Lass keine mögliche Gelegenheit aus, egal um was es gerade geht.

Wenn du eine Duschgelegenheit findest, dann nimm sie wahr! Du weisst nicht wann du das nächste Mal fündig wirst. Oder wenn du einen verlockenden Schotterweg an der Küste findest, dann bieg einfach ein! So findest du die coolsten Stehplätze inmitten der Natur.

Erkunde deine Umgebung! Du glaubst nicht, was du sonst alles an Sehenswertem verpasst…

In der Bretagne kann man z.B. wunderbar an den Klippen wandern. Dabei entdeckt man ständig kleine Höhlen oder coole Felsvorsprünge. Sei neugierig aber nicht lebensmüde!

Bei allem was du unterwegs so unternimmst, mach es mit einem klaren Menschenverstand.

Wie oft haben wir schon während der Fahrt eine andere Richtung eingeschlagen als das Navi uns vorgegeben hat… Und das alles nur, weil wir spontan einem interessanten Schild gefolgt sind. Die coolsten Momente waren meistens die, die keiner vorhergesehen hat.

Letztes Jahr sind wir in Frankreich mit ’nem Eimer bei Ebbe durch’s Meer gewatet, nur um herauszufinden, was die Einheimischen da eigentlich genau suchten?! Das Ergebnis kannst du dir hier anschauen:

Und so ist es mit allem. Ob du Wäsche waschen, tanken oder etwas erleben willst, sei wachsam und neugierig!

Hör stets auf dein Bauchgefühl. Und wenn du dich an einem Ort nicht wohl fühlst, dann mach ’ne Fliege! Es gibt reichlich andere Orte zum Stehen und Erkunden.

Der ultimative Geheimtipp für Roadtrip-Newbies:

Fahr nach Frankreich!

 

Ja , das ist unsere Empfehlung für jeden Vanlife-Neueinsteiger. Denn Frankreich ist das „Campervan-freundlichste Land“, dem wir bis jetzt begegnet sind.

Du findest dort ALLES, was du für’s Vanlife so unterwegs brauchst:

  • Waschmaschinen gibt’s an vielen Supermärkten
  • Duschen haben wir unterwegs auch immer gefunden (Strand, Hafen, Stadt, etc.)
  • Tankstellen waren nie ein Problem…es gibt sie in Hülle und Fülle (meist mit 24h-Automaten)
  • Einkaufen kann man an jeder Ecke oder auf den Wochenmärkten
  • Stellplätze und Parkmöglichkeiten für die Nacht findest du überall (kostenlose, sowie bezahlbare)

Und ganz nebenbei, Frankreich ist gross und wunderschön! Also, was hält dich noch zurück? Starte in dein erstes Vanlife-Abenteuer und begib dich „on the road“!

vanlife roadtrip neueinsteiger panorama bretagne
Und wenn du noch einen kleinen Anstoss brauchst, auf unserer Facebook-Seite findest du viele Bilder, die dafür sprechen sofort loszufahren… Wenn sie dir gefällt, dann hinterlasse uns doch ein „Like“ 🙂

Kurzum:
  • Reise ohne Angst vor dem Fremden oder Neuen
  • Sei wachsam und neugierig um mögliche Gelegenheiten wahrzunehmen
  • Reagiere flexibel und gehe einem spontanen Abenteuer nie aus dem Weg!

 

Beim deinem ersten Roadtrip wirst du mit Sicherheit das eine oder andere Mal selbst bemerken, dass du in einigen Situationen anders hättest handeln können…
Doch auch du wirst mit der Zeit ein Gefühl für’s Vanlife bekommen und deine ganz eigenen Abenteuer erleben.

Wenn du weitere Fragen zum Thema Vanlife – Leben und Reisen in einem mobilen Zuhause hast, dann schreib uns doch einfach! Wir helfen dir gerne weiter 🙂


 


 

FM Treffen Freiheitsmobil 2018