Die berührende Geschichte eines Nepalesen

An einem späten Nachmittag am Hotelpool, entschieden wir uns einen Spaziergang am Strand zu unternehmen um uns den Sonnenuntergang anzuschauen.

 

Dies ist die Geschichte eines Nepalesen, den wir dort antrafen…

Jeden Abend kamen Männer mit ihren Pferden zum Strand um den Touristen das Reiten in den Sonnenuntergang anzubieten. Wir wurden vor diesen Leuten gewarnt, uns keinesfalls auf sie einzulassen. Es wäre zu gefährlich und illegal…

Während wir den Strand entlang spazierten, sprach ein Mann mit einem Pferd uns an und versuchte uns eine Pferdetour zu verkaufen. Er hatte ein ungepflegtes, schwaches Erscheinungsbild und schlechten Atem. Wir lehnten dankend ab.

Der schuhlose Mann starrte an uns herunter und bewunderte unsere Flip-Flops. Dann fragte er, ob unsere Schuhe Eigentum des Hotels wären!? Wir können nicht erklären warum, aber wir wollten mehr über diesen traurigen und doch sympathischen Mann erfahren und fuhren die Konversation fort.

Wir fragten ihn, woher er kommt und warum er diesen undankbaren Job jeden Abend machen würde. Etwas verwirrt darüber, dass jemand sich für IHN interessiert, fing der Mann an zu erzählen:

Er war ein Immigrant aus Nepal, dessen Familie in Armut lebt. Die meisten Nepalesen leben mit weniger als einem Dollar pro Tag. Um seiner Familie ein besseres Leben bieten zu können traf er die Entscheidung Nepal zu verlassen und in die Welt hinaus zu gehen um einen besseren Job zu finden. Aber es kam alles anders…

Schon zu Beginn seiner Reise hatte er Schwierigkeiten. Er wurde von Männern überfallen und ausgeraubt. Alles was ihm blieb war sein Reisepass.

„…Sie griffen mich mit einem grossen Messer an!!!“

Nach dem Überfall lebte er in Malaysia, ohne Geld und in einem fremden Land, auf der Strasse. Ein Bekannter bot ihm ein Bett in seiner Wohnung an und als Gegenleistung sollte er ihm mit den Pferden aushelfen, womit sich das nächste Problem ankündigte…

Eines Tages wurde er von der Polizei während seines „Jobs“ verhaftet weil er keine legale Arbeitserlaubnis vorzeigen konnte. Sie zogen seinen Reisepass mit dem verdienten Geld ein, alles was er noch an Besitz hatte. Dieser arme Mann endete also an einem der wundervollsten Strände, ohne Geld und Reisepass und alles was ihm übrig blieb war illegal zu arbeiten um korrupte Polizisten zu bestechen ihm seinen Pass zurückzugeben!

Ein Mann, der hungern musste, weil sein „Bekannter“ das hart verdiente Geld für die Unterkunft einzog. Ein Mann, dessen Religion es nicht erlaubt zu betteln… Wie schlimm konnte es noch kommen?

Wir waren so berührt von seiner Geschichte, dass wir uns entschieden ihm Geld zu geben, damit er sich etwas zu Essen holen kann. Der Mann lehnte das Geld zuerst ab, doch sichtlich gerührt, entschloss er sich dann doch es „auszuleihen“ und versprach, es uns am nächsten Tag zurückzugeben… Was der Nepalese nicht wusste war, dass wir am nächsten Tag früh morgens schon abreisten.

Diese Geschichte erlebten wir 2012. Trotzdem müssen wir heute noch an diesen Mann denken und fragen uns dann, wie es ihm und seiner Familie wohl ergangen sein mag. Wir hoffen von Herzen, dass er es zu ihnen zurück geschafft hat…


Unseren ganzen Bericht über Penang kannst du hier nachlesen.


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