Spanien Logbuch #01: Von Pélissanne über Figueres nach Roses

Erste Etappe Katalunien: Figueres und Roses

Nachdem wir zwei coole Wochen mir Housesitting im Herzen der Provence verbracht haben, ging es jetzt endlich für uns Richtung Spanien! Darauf freuten wir uns so sehr, dass wir noch am Abend des 24. Februars aufbrachen um der spanischen Grenze schon ein Stück näher zu sein.

Der Startschuss fiel also in Pernes-les-Fontaines, dem Département Vaucluse in der Provence. Wir fuhren über L’Isle-sur-la-Sorgue über Cavaillon und Salon de Provence nach Pélissanne. Hier verbrachten wir die Nacht auf dem offiziellen Womo-Stellplatz des Ortes. Der Mistral hatte an Stärke zugenommen und wir befanden es als sinnvoll einfach anzuhalten und uns in den Schlaf schaukeln zu lassen.

Am nächsten Morgen hatte der Sturm sich gelegt und das Wetter begrüsste uns von seiner schönsten Seite. Die Sonne lachte, es war nur noch etwas frisch am Morgen…

Nach einer frisch gebrühten Tasse Kaffe und einem kleinen Frühstücks-Snack machten wir uns auf den Weg. Schliesslich wollten wir es noch am gleichen Tag bis über die spanische Grenze schaffen.

Unterwegs hielten wir noch an einem Supermarkt um ein paar Besorgungen für den Tag zu machen. An dem Sonderangebot der Chouquettes, einem äusserst leckeren französischen Gebäck, kamen wir wiederum nicht vorbei…

Blind Betty

Des weiteren haben wir Betty noch eine neue Glühbirne besorgt, da eins unserer Standlichter defekt war. Nach einem kurzen chirurgischen Eingriff konnte unsere Betty wieder richtig sehen und die Reise ging weiter durch die wundervolle Camargue.

Die Route führte uns über La Grande Motte nach Palavas-les-Flots. Hatten wir bereits erwähnt, dass das Wetter an diesem Tag einfach traumhaft war? Wir fuhren entlang der Küstenstrasse, vorbei an Flamingos in freier Wildbahn, wow! Gefolgt von einem kurzen Toiletten-Stop beim grossen gelben „M“. Und wenn wir schon mal da sind, dann nutzen wir auch gleich das freie Wifi zum Mail checken.

Plage des Trois Digues

Danach ging es weiter nach Sète. Hier machten wir eine weitere Pause an der Plage Trois Digues. An Meer und Strand kommen wir nur unschwer vorbei! Das Höhenlimit des Parkings war mit 2m20 für Betty kein Problem. Der Strand war menschenleer. Sieht man sich allerdings die ganzen Parkflächen vor den Dünen an, schlussfolgern wir dass in der Hauptsaison hier wohl der Teufel los sein muss.

Sind das Nutten dort am Strassenrand?!

Wir durchquerten die Ortschaften Agde und Béziers. Auf der Strecke zwischen Nissan-lez-Enserune und Narbonne offenbarte sich uns ein ganz eigenes Schauspiel… Leichtbekleidete Damen, manchmal auch schrille Paradiesvögel, sassen mutterseelenallein auf einem Stuhl mitten in der Pampa!? Hmmmm, auf was die wohl warten? Wenn man die Anzahl an Damen entlang der Strasse zählt, scheint das Geschäft hier offensichtlich gut zu laufen. Also, DIE Route für Single-Camper 😛

Aber nun wieder zurück zum eigentlichen Ziel: Figueres, Spanien. Denn es lagen noch ein paar Kilometer vor uns…

Letzte Kaffeepause in Frankreich…

Über Narbonne, fuhren wir an Perpignan vorbei, Richtung Banyuls-sur-Mer nach Cerbère, dem letzten Ort vor der spanischen Grenze. Zeit für eine Kaffeepause mit Meerblick. Bei solch einer Aussicht schmeckt der Kaffee doch gleich viel besser. Auch die Temperaturen hatten zugenommen und wir fühlten uns dem Süden schon viel näher.

Dann überquerten wir endlich die Grenze nach Spanien!

Übrigens, die Überquerung des Coll del Belitres, der Strecke von Cerbère nach Portbou, ist echt spektakulär in mehreren Hinsichten! Die Serpentinen sind an manchen Stellen sehr beengend. Allerdings finden die Motorradfahrer es toll und man muss zusätzlich auf deren Fahrkünste achten. Trotzdem ist diese Strecke zur Grenz-Überquerung absolut sehenswert. Wir können sie nur jedem ans Herz legen.

Ankunft in Figueres

Von der Grenze war es nur noch eine knappe Stunde bis nach Figueres. Hier hatten wir auf der Park4Night-App einen Stellplatz für die Nacht gefunden. Die Parkfläche am Castell de Sant Ferran sollte es sein. Und wiederum hat Park4Night uns nicht enttäuscht! Wir verbrachten eine angenehme Nacht. Später am Abend machte die Guardia Civil eine Kontrollfahrt über den Parkplatz. Wir wurden allerdings ignoriert, genuso wie die anderen drei Camper, die noch mit uns hier standen.

Am nächsten Tag erkundeten wir den Ortskern von Figueres, welchen wir vom Castell aus locker zu Fuss erreichten. Es war Sonntagmorgen und Nebensaison. Fazit: alles hatte geschlossen. Wir beliessen es bei einem Spaziergang und kehrten zurück zum Castell de Sant Ferran. Diese gigantische Festung sollte man unbedingt gesehen haben. Sie ist enorm!

Figueres

3,50 Euro zahlt um sich die Festung von innen ansehen zu können. Ein Audio-Guide kann hilfreich sein. Erklärungstafeln zu der Festung gibt es nämlich keine. Witzig ist nur, dass die Audi-Guides eine Art Lautsprecher sind und jeder mithören kann. Nun stell dir mal vor, wenn in der Hauptsaison hunderte Besucher mit einem Audio-Guide in deren Sprache herumlaufen. Das muss doch ein totales Wirrwarr sein! Wir investierten das Geld (ohne Audio-Guide) und die Tour war ganz nach unserem Geschmack.

Alte Gemäuer, ein bisschen Geschichte und einen tollen Ausblick auf die Pyrenäen.

Zum Schluss schauten wir uns noch das kleine Filmchen am Ausgang an. Damit waren offen stehenden Fragen dann auch ohne Audio-Guide beantwortet.

Überraschung in Roses!

Am frühen Nachmittag war unsere Figueres-Erkundungstour beendet. Wir beschlossen weiter nach Roses an die Küste zu fahren. Inzwischen waren es wohlige 25 Grad in der Sonne! Ein kleiner Stop im Supermarkt, einer der wenigen die noch am Sonntagnachmittag geöffnet hatten, und schon ging es in die Stadt…na ja, fast.

Die Strasse zum Ortskern war gesperrt. Also nahmen wir die Umleitung um zu unserer, bereits ausgewählten, Parkmöglichkeit am Friedhof zu gelangen. Warum die Strasse gesperrt war, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Erst als die verkleideten Menschen uns entgegen kamen, wurde uns klar was los war…Karneval!

Figueres

Ja, auch die Spanier kennen Karnevalsumzüge und das nicht zu knapp… Laute Musik, ein grosser Festtags-Umzug mit geschmückten Wagons und  überall tanzende Menschen. Einziger Unterschied zu dem uns bekannten Karneval: es gibt Sonne, Strand und Palmen! Dies war auch für uns neu.

Wir mischten uns mit unters feiernde Volk und genossen das erste offizielle Eis der Saison. Den Rest des Abends haben wir im Van mit Essen machen, Video schneiden und Logbuch schreiben verbracht…solange bis uns die Augen zugefallen sind.

Unser nächstes grosses Ziel heisst Barcelona. Was wir so alles auf dem Weg dorthin erleben, erfährst du in der nächsten Folge. Also dranbleiben!

P.S. Und übrigens, solltest du coole Tipps zu Spanien haben, dann rein damit in die Kommentare…wir wollen sie alle!