Housesitting – Wie du Kostenlos an den schönsten Orten der Welt wohnen kannst

Reisen ist wohl das Schönste was es gibt. Neue Orte erkunden, fremde Sitten und Kulturen kennenlernen, sich mit Einheimischen und lokalem Essen umgeben…

Doch was wäre wenn du beim Reisen NICHTS für deine Unterkünfte zahlen müsstest und dabei auch noch an den schönsten Orten der Welt sein könntest! Wunschdenken? Nein, Realität!

Das Zauberwort lautet:

Housesitting!

 

Housesitting
Traumstrand in Costa Rica
Was ist Housesitting?

Wikipedia erklärt es wie folgt:

Die Dienstleistung Housesitting „Haushüter“ stammt aus den USA… Als Haushüten bezeichnet man die Betreuung von Anwesen, deren Besitzer vorübergehend verreist sind. Es werden insbesondere Tiere betreut und Pflanzen gegossen. Ein wesentlicher Teil der Leistung ist die permanente Anwesenheit im Haus…

Tierbesitzer bevorzugen es heutzutage ihre Vierbeiner in einem vertrauten Umfeld zu hinterlassen und sie nicht unnötigem Stress auszusetzen. Deshalb greifen viele auf Housesitting zurück und sparen sich somit die Kosten einer teuren Tierpension. Des weiteren kann ein Rohrbruch bei Abwesenheit erheblichen Schaden anrichten. Ein Housesitter kann solche Zwischenfälle sofort regeln und somit das Schlimmste verhindern. Die Eigentümer wissen, dass Haus und Tier versorgt sind und können beruhigt verreisen.

Wie sind wir zum Housesitting gekommen?

Bei uns hat das Housesitten sich eher spontan ergeben. Als wir 2016 in Costa Rica das Angebot bekamen für 2 Wochen auf ein wunderschönes Haus im Dschungel der Karibikküste aufzupassen, haben wir nicht lange gezögert und zugesagt.

Und so kam es, dass wir 2016 zwei wundervolle Wochen in einem fremden Haus wohnten und NICHTS für diese Unterkunft gezahlt haben…ein Traum! Wie ein Tag Housesitting in Costa Rica aussieht, kannst du in unserem Video-Tagebuch sehen.

Nach dieser Erfahrung hatte uns das Housesitting-Fieber gepackt. Wir wollten es unbedingt wiederholen. Also meldeten wir uns auf zwei internationalen Housesitting-Plattformen an und begannen uns für Jobs zu bewerben.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits im Besitz unseres Campervans. So beschlossen wir das Housesitting mit unserem Frankreich-Roadtrip zu kombinieren, was sich als äusserst praktisch erwies… Wir reisten einen ganzen Monat mit Campervan Betty quer durch Frankreich und rundeten die Tour mit einem 5-wöchigen Housesit in der Provence ab.

Wir lebten in einem kleinen, sympathischen Ort und kümmerten uns um einen kleinen Hund und ein richtig cooles Haus mit Garten und Pool. Alles völlig kostenlos! 5 Wochen gratis Unterkunft und Internet…was will man mehr als Digitaler Nomade? Klar haben wir Geld für Lebensmittel, Hygieneartikel, etc. ausgegeben. Dies macht aber nur ein kleiner Bruchteil unseres monatlichen Budgets aus. Wir brauchten in den 5 Wochen quasi keinen Sprit, da wir fast alles zu Fuss oder mit den, uns zur Verfügung gestellten Fahrrädern, erreichen konnten.

Hätten wir uns ein solches Haus mit Pool für 5 Wochen in dieser Region angemietet, wäre dies für uns unbezahlbar gewesen!

Wie bekommt man einen Housesitting-Job?

Zum Housesitten musst du dich auf einer der zahlreichen Housesitting-Plattformen anmelden. Hier eine Auswahl der beliebtesten Plattformen:

Um dir ein Online-Profil anzulegen und die Plattform aktiv nutzen zu können, fallen Anmeldegebühren an. Diese können zwischen 25 und 95 Euro im Jahr betragen. Dies ist abhängig von der jeweiligen Plattform. Wir haben uns zum Beispiel bei Nomador und Mind my House registriert.

Die Anmeldegebühr ist anfangs vielleicht etwas abschreckend. Doch bedenke, dass du mit nur einem Housesit die Kosten deiner Anmeldung schon wieder beglichen hast.

Anfangs ist es echt schwer einen „Job“ abzustauben. Als Neuling muss man die Haus- und Tierbesitzer erst einmal von seinen Talenten und Fähigkeiten überzeugen. Uns dies kann man einzig und allein mit einem guten Online-Profil. Auf den grossen Plattformen bist du einer von Tausenden! Du kannst dir sicherlich vorstellen, dass das kein leichtes Unterfangen wird…

Viele Menschen möchten Housesitten, weil es die günstigste Variante des Reisens ist.

Housesitting
Wir mit unserem Schützling in der Provence

Wichtig ist, dass du dir ein überzeugendes Profil anlegst, was dich von all den Anderen unterscheidet. Hier ist Kreativität und Köpfchen gefragt!

Ein anderes Zauberwort lautet: Flexibilität. Je flexibler du bist, desto attraktiver wirst du für die Haus- und Tierbesitzer. Oft werden Housesitter spontan und kurzfristig gesucht und nicht jeder hat Zeit. Stehst du dann zur Verfügung, hast du grosse Chancen auf den Job.

Tipp: Erstelle dir eine eigene Webseite, wo du dich und deine Dienste als Housesitter vorstellst. Dies kann äusserst hilfreich sein. Wusstest du, dass du auf den grossen Online-Plattformen sogar die Möglichkeit hast ein Vorstellungs-Video von dir hochzuladen? Videos sind sehr beliebt bei den Eigentümern, weil diese sich dann ein besseres Bild von dir machen können.

Was muss man beim Housesitting beachten? 

So schön das alles auch klingt, darf man nicht vergessen, dass man beim Housesitting einer grossen Verantwortung ausgesetzt ist. Du hast die alleinige Verantwortung für das Wohl der Haustiere. Diese Haustiere sind das Ein und Alles deines Gastgebers und öfters noch wichtiger als sein Eigenheim! Wer glaubt, man könne sich beim Housesitting zurücklehnen und geniessen, liegt etwas falsch…

Wenn die Gastgeber auch Haustiere besitzen, kann Housesitting schnell zum Full-Time Job werden:

  • mehrere Gassi-Gänge am Tag
  • füttern
  • den Tieren genügend Aufmerksamkeit bieten
  • Medikamente verabreichen (falls das Tier krank ist)
  • Briefkasten leeren und Dokumente sortieren (manchmal auch einscannen und dem Eigentümer per Mail senden)
  • Pool (falls vorhanden) säubern
  • Gartenarbeiten erledigen (Laub fegen, Pflanzen giessen, Rasen mähen, etc.)
  • Hauspflanzen giessen und pflegen
  • putzen, saugen, Wäsche waschen
  • kleine Handwerksarbeiten bewältigen
  • die Hausregeln beachten, und, und, und…
Housesitting
Arbeiten, die beim Housesitting anfallen

Übrigens…in manchen Fällen, betreibt der Gastgeber eine oder mehrere Ferienwohnungen. Dann muss man seine Talente als Ferienhaus-Manager beweisen, Gäste betreuen, die Ferienwohnung(en) putzen und für die nächsten Bewohner schön herrichten.

Es kann auch vorkommen, dass die betreuten Haustiere medizinische Pflege (Spritzen, Augentropfen, Medikamente etc.) benötigen. Solltest du damit Probleme haben, ist es besser den Job noch einmal zu überdenken.

Der Tierbesitzer zählt auf dich und deine Kompetenz…enttäusche ihn lieber nicht!

Das Schlimmste wäre, dass dieser seinen Urlaub wegen dir abbrechen müsste.

Darf man sich fürs Haussitten bezahlen lassen?

Im Grunde genommen ist es beim Housesitting üblich, dass man seine Dienste kostenlos anbietet. Immerhin bekommst du eine gratis Unterkunft inklusive Wasser, Strom, Internet und allem erdenklichen Komfort. Manchmal musst du dich an den laufenden Kosten beteiligen. Dies ist aber eher selten der Fall. Mit ein bisschen Glück stellt der Eigentümer dir sogar sein Auto oder Fahrrad zur Verfügung.

Housesitter mit überragenden Referenzen und mehrjähriger Erfahrung lassen sich manchmal für ihre Dienste bezahlen.

Als Neuling hast du damit aber keine Chance. Haus- und Tierbesitzer bevorzugen kostenlosen Housesitter. Manchmal möchten die Gastgeber dich trotzdem für deine Dienste entlohnen oder bringen dir ein nettes Geschenk aus dem Urlaub mit. Dann weisst du, dass du deinen Job richtig gut gemacht hast.

Wenn du dich für deine Dienste im Ausland bezahlen lässt, solltest du mit dir im Klaren sein, dass du ohne Arbeitserlaubnis arbeitest, anders gesagt illegal. Wenn du es  nicht gerade an die grosse Glocke hängst, ist es vielleicht okay. Doch erwähne es keinesfalls bei deiner Anreise an der Immigration! Dies könnte dich deine Einreise kosten…

Nichtsdestotrotz, wie du dich entscheidest, liegt ganz allein bei dir!

In welchen Ländern kann man Housesitten?

Housesitting liegt voll im Trend und ist eigentlich weltweit verbreitet.

Die meisten Gelegenheiten bieten sich allerdings in Ländern wie den USA, Kanada, Grossbritannien, Frankreich, Australien und Neuseeland. Mit ein bisschen Glück, findest du auch in exotischen Ländern wie Thailand oder Zentral-und Südamerika Housesitting-Gelegenheiten.

Fazit:

Wenn du etwas Erfahrung mit Tieren hast, gerne für längere Zeit verreist und ein klein bisschen technisch begabt bist, dann steht einem Housesitting-Abenteuer nichts im Weg.

Housesitting erspart dir eine Menge Geld beim Reisen und es macht auch noch Spass!

Housesitting
An den schönsten Orten der Welt leben…

Wer möchte nicht in einer coolen Villa in Portugal, einem Weingut in Frankreich oder einer Dschungel-Casita in Zentralamerika leben, dabei am Pool chillen und niedliche Tiere knuddeln?

Sollten wir dein Interesse für’s Housesitten nun geweckt haben, dann verfolge uns auf Facebook, Instagram und Youtube! Hier bekommst du regelmässige Einblicke in unser Leben als digitale Nomade und Housesitter.



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