Mini Gaskasten selber bauen | Selbstausbau

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Viele haben uns für verrückt erklärt, weil wir über ein Jahr lang mit einer 12 Kilo Gasflasche ohne Gaskasten im Van geschlafen haben

…und JA, wir geben’s zu, es ist ein bisschen verrückt!

Oft kam bei uns die Ausrede, dass unser Van ja eigentlich ein Lieferwagen ist und kein gemeldetes Wohnmobil.

Wir brauchen das nicht – Wir benötigen ja auch keine Gasprüfung – Wenn unsere Gasflasche zugedreht und ordnungsgemäss fixiert ist, dann ist es einfach nur Ladung.

Klar, gesetzlich gesehen wäre so alles in Ordnung. Doch manche Gesetze haben ja auch einen Sinn. Man würde ja auch nicht mit einer Streichholzschachtel und einer Stange Dynamit in einem Raum schlafen, geschweige damit rumfahren!

Weisst du eigentlich wie schnell du mit Gas deinen Van in die Luft jagen könntest?

Schon bei nur 1,4 – 9,3% Vermischung mit der Umgebungsluft kann es zur Explosion kommen. Das bedeutet, 1 Kilogramm Gas sind so um die 2 Kubikmeter. Wir haben seit Kurzem eine Gasflasche von nur 3 Kilogramm im Van… Hmmm??!!

Unsere Betty fasst hinten kaum 6 Kubikmeter und wenn wir dann 6 Kubikmeter Gas reinfüllen….Hmmm??!!

Dann will ich mir gar nicht die Show vorstellen, wenn wir auf dem Supermarkt-Parkplatz gestanden hätten, die 12 Kilogramm Gasflasche hätte sich im Van entleert und ich würde aus der Ferne mit dem Funkschlüssel die Tür aufschliessen. Bäääm!

Oder gar wenn wir im Wagen geschlafen hätten und…

Somit stellte sich die Frage: kann man einen Gaskasten selber bauen?  

Gaskasten selber bauen

Wir haben uns eine wasserdichte Alukiste organisiert, welche wir in unseren Schrank innen an die Aussenwand des Wagens montiert haben.

Selbstausbau - Mini Gaskasten selber bauen

Unten an die Rückwand habe ich ein Loch in die Kiste gebohrt und dieses mit einem 10er Rohr an die Aussenwand geführt. Das Rohr führt durch ein Lüftungsgitter nach draussen. Alles wurde kräftig mit Sikaflex abgedichtet und fixiert, sogar die Befestigungsschrauben der Kiste habe ich damit zusätzlich noch mal abgedichtet.

ACHTUNG

Das Loch in der Kiste muss sich am tiefsten Punkt befinden damit das Gas ausströmen kann. Gas ist schwerer als Luft uns sinkt nach unten.

Durch ein weiteres kleines Loch verläuft der Gasschlauch, der durch einen Würgenippel nicht an der Kante der Metallkiste aufscheuern kann. Zusätzlich habe ich das Loch vom Gasschlauch an beiden Seiten grosszügig mit Sikaflex verschlossen.

In der Kiste wurde ein Gurt angebracht um die Gasflasche zu befestigen. Somit steht sie während der Fahrt auch stabil und kann in keine Richtung abhauen (weder seitlich noch nach oben).

Bei geschlossener Kiste machen wir uns jetzt keine Gedanken mehr. Das Gas wird bei einem Leck seinen Weg nach draussen finden und wir können zukünftig beruhigt im Van schlafen.

Bedenke aber auch dass wir noch immer keine Gasprüfung haben! Unser Van ist und bleibt nach wie vor ein Lieferwagen. Ob unsere DIY-Konstruktion überhaupt für eine Womo-Zulassung in Frage kommt, wissen wir nicht…

Update: Wir haben uns letztens zu diesem Thema mit einem Gasprüfer unterhalten

…und NEIN, wir würden die Gasprüfung in Deutschland nicht bestehen. Der Prüfer meinte, dass kein flexibler Schlauch durch den Camper führen dürfte, was aber bei uns der Fall ist.

Um es korrekt zu machen müssten wir den flexiblen Gasschlauch schon in dem Alu-Kasten an eine starre Leitung anschliessen. Somit würde ein festes Rohr aus dem Kasten heraus bis zu den Verbrauchern führen.

Nur gut, dass wir unsere Betty in Luxemburg gemeldet haben und offiziell keine Kontrollen und Gasprüfungen vorlegen müssen. Obwohl es scheinbar schon Campingplätze gibt, die Dokumente einer Gasprüfung sehen wollen…

Ich bin mir auch ohne deutsche Prüfung sicher, dass unserem flexiblen Schlauch nicht das Gas entweicht. Der Schlauch ist neu, misst gerade mal 25cm ausserhalb des Kastens und ist ordnungsgemäss angeschlossen. Die Anschlüsse sind richtige Verschraubungen und nicht wie in Frankreich und Belgien, wo immer noch Quetschschellen erlaubt sind. Verrückt oder?!

Gibt’s in diesen Ländern eine Gasprüfung?! Wenn ja, würden wir diese dann bestehen?

Das Kochfeld ist auch sicher, so dass bei ausgeblasener oder erloschener Flamme die Gaszufuhr ausschaltet.

Übrigens kannst du das ab und zu auch bei deinem Feld kontrollieren…schadet nix.

Wie funktioniert’s?

Um dein Kochfeld einzuschalten, musst du den Knopf nach unten drücken. Nach dem Zünden, den Knopf anhalten um die Flamme überhaupt am Brennen zu behalten. Wenn deine Flamme sofort brennt ohne den Einschaltknopf einzudrücken ist der Sicherheitsschalter deines Feldes kaputt. Achtung! Bei älteren Kochfeldern wurden diese Sicherung noch nicht verbaut. Kochfelder ohne Sicherung werden heute nicht mehr zugelassen.

Es geht auch andersrum: schalte das Kochfeld an und lasse die Flamme eine Minute auf höchster Stufe brennen. Nun schalte sie aus und halte dein Ohr an den Gasknopf. Du musst innerhalb einer Minute ein leises Klicken hören. Dies ist wiederum der Sicherheitsschalter, welcher die Gaszufuhr unterbricht (eine Regel der deutschen Gasprüfung). Die Flamme könnte ja durch einen Luftzug ausgeblasen werden ohne dass du es bemerkst. Dann würde non-stop Gas ausströmen.

Genau so werden auch andere gasbetriebene Geräte kontrolliert.

Sei dir bewusst...

Wenn du nächstes Mal auf dem Stellplatz neben einem Luxemburger parkst. Die müssen keine Gasprüfung haben! Es könnte gefährlich werden wenn dieser das Thema nicht Ernst nimmt...

 

Verwendetes Material:

Hier findest du alle Selbstausbau-Artikel, welche wir im Van verbaut haben! 

 


 

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